Zur ostbayrischen Schulgr├╝ndungsinitiative:

Vor ca. 10 Jahren entstand in Straubing ein Lesekreis, in dem sich eine wachsende Zahl von Teilnehmern bei der gemeinsamen Lekt├╝re von Schriften Rudolf Steiners mit den Grundlagen der Anthroposophie und auch der Waldorfp├Ądagogik besch├Ąftigte. Hier entstand die Idee, in Straubing eine Waldorfschule zu gr├╝nden. Ein, aus der damaligen Situation betrachtet, tollk├╝hnes Unterfangen - immerhin war wirkliche Pionierarbeit zu leisten. Mitten in Niederbayern war der Begriff ÔÇ×WaldorfÔÇť ziemlich unbekannt. Zur n├Ąchsten Waldorfschule sind es rund hundertf├╝nzig Kilometer (M├╝nchen, N├╝rnberg, W├╝rzburg).
Aber die Idee fiel auf fruchtbaren Boden. Es gesellten sich in diesen Kreis Eltern mit Kleinkindern, taten sich zu einer Spielgruppe zusammen, zu der wieder ÔÇ×zuf├ĄlligÔÇť eine Waldorferzieherin fand. Der Kindergarten entstand, wurde gr├Â├čer, brauchte neue R├Ąume... und betreut gegenw├Ąrtig ├╝ber sechzig Kinder in sechs Spiel- und Kindergarten- gruppen in einem zentral gelegenen alten Haus mit einem gro├čen, altbewachsenen Garten. 

Nat├╝rlich wurde die Waldorfschulidee parallel weiterverfolgt. Recht bald entstand der ÔÇ×Waldorfschulverein StraubingÔÇť, doch brauchte es noch einige Zeit der Vorbereitung, des Austausches und Zusammenwachsens, bis wir im September 2002 in einer ersten Gr├╝ndungsklausur unter reger Anteilnahme der Mitglieder, des Vorstandes und der im Verein schon vorhandenen (Waldorf-)Lehrer das ÔÇ×geistigeÔÇť Fundament einer Waldorfschule legen und mit intensiver Gruppenarbeit beginnen konnten. 

Zum Leitspruch unserer Arbeit w├Ąhlten wir: 

ÔÇ×Heilsam ist nur, wenn im Spiegel der Menschenseele sich bildet die ganze Gemeinschaft - und in der Gemeinschaft lebet der Einzelseele Kraft.ÔÇŁ                         

Wie bei jeder Schulgr├╝ndung braucht es eine lange Zeit der Sammlung, oft mehrere Anl├Ąufe und nicht selten mehrere gescheiterte Versuche, bis so ein gro├čes Schulvorhaben wirklich auf die Beine kommt. So auch in Straubing, wo zweimal (2003 und 2005) die Gr├╝ndung, auch zusammen mit einer neu entstandenen Initiative in Regensburg, dicht bevorstand, dann aber an verschiedenen Absagen scheiterte. Immer wieder ziehen aktive Eltern weg, wenn ihre Kinder schulpflichtig werden. Aber es kommen auch immer wieder neue Familien nach, die sich f├╝r die Schulgr├╝ndung engagieren und sich in die Gemeinschaft einbringen. Wir verfolgen weiter den schwierigen, aber lohnenden Weg zu einer Waldorfschule, die nicht nur f├╝r die Kinder eine p├Ądagogische Alternative, sondern f├╝r die ganze Region eine Bereicherung werden k├Ânnte. 

2009 entstand wieder eine neue Schulinitiative in Landshut, der sich auch eine Straubinger und eine Deggendorfer Elterngruppe angeschlossen haben. Geplant war eine regionale ÔÇ×Waldorfschule NiederbayernÔÇť in Landshut mit kleineren Zweigschulen in Straubing und Deggendorf. Es wurde der "F├Ârderverein Waldorfschule Niederbayern" gegr├╝ndet und der Straubinger Waldorfschulverein umbenannt in "Verein f├╝r Waldorfp├Ądagogik Straubing e.V." Wegen der Absage eines Gr├╝ndungslehrers kam die Schulgr├╝ndung leider nicht zustande und die Landshuter Gruppe l├Âste sich wieder auf.

Ende 2013 entstand in Straubing wieder eine Initiative, die Anfang 2014 zu einem Schulgr├╝ndungstreffen mit Regensburger Eltern f├╝hrte, mit dem Ziel, im September 2016 eine Waldorfschule in Regensburg zu gr├╝nden, die auch f├╝r die Straubinger erreichbar sein sollte.

Jetzt ist es endlich soweit:

Das erste Schuljahr der  "Freien Waldorfschule Regensburg" hat im September 2016 begonnen mit einer ersten und einer dritten Klasse. Am 16. September gab es eine feierliche Er├Âffnung der Schule auf dem neuen Gel├Ąnde in Burgweinting, Unterislingerweg 32.

Nat├╝rlich braucht die Schule auch weiterhin Ihre Unterst├╝tzung: deshalb informieren Sie sich bitte auf der Seite der Schule dar├╝ber, wie Sie sich hilfreich einbringen k├Ânnen, damit die begonnene Arbeit erfolgreich weitergef├╝hrt werden kann. Die Kinder werden es Ihnen danken!

www.waldorfschule-regensburg.de        

www.facebook.com/waldorfschuleregensburg

Das zentrale Anliegen unserer Arbeit im Kindergarten und in der Schule ist die P├Ądagogik Rudolf Steiners, die sich in weltweit ├╝ber 700 Schulen seit mehr als 80 Jahren zeitgem├Ą├č bew├Ąhrt hat. Wir wollen diese P├Ądagogik in unserer Region realisieren mit den Kindern, die uns heute begegnen, mit all ihren F├Ąhigkeiten und Problemen, in einer Schule als Lebensraum, in dem Kinder, Eltern und Lehrer gemeinsam ein soziales Lernfeld bilden.

Wichtige Leitgedanken einer Waldorfschule sind:

Sie steht allen Kindern offen.Die Methoden des Lehrens richten sich nach den Entwicklungsgesetzen des Kindes und des Jugendlichen, nicht nach wirtschaftlichen oder staatlichen Interessen. Der Staat verf├╝gt nur ├╝ber die Rechtsaufsicht, die Schule verwaltet sich selbst. Lehrer und Eltern arbeiten eng zusammen. Die P├Ądagogik wird von den Erziehenden verantwortet, was eine st├Ąndige Weiterbildung und Forschung f├╝r Lehrerschaft und Schule bedeutet. Die Schulzeit wird gesehen als Teil der Biographie der Kinder: in ihr beginnt lebenslanges Lernen. Es gibt nichts im Leben, wovon man nicht lernen kann. Wir wollen deshalb die F├Ąhigkeiten der Kinder entwickeln und nicht beurteilend auslesen.

Der an den Altersstufen orientierte Lehrplan erlaubt Begleitung der Kinder und Jugendlichen in ihren Altersgruppen durch alle zw├Âlf Jahre hindurch. So wird die einzelne Klasse zur Gemeinschaft und zum sozialen Lernfeld. Die Lehrer begleiten die Sch├╝ler ├╝ber m├Âglichst lange Zeit, um sie in ihrer Entwicklung f├Ârdern zu k├Ânnen.Im Einzelfall helfen zus├Ątzliche therapeutische und lernf├Ârdernde Ma├čnahmen. Die Arbeit in der Schule dient der Entwicklung kognitiver, kreativer, k├╝nstlerischer, praktischer und sozialer F├Ąhigkeiten gleicherma├čen. Sie bietet daher einen vielseitigen F├Ącherkanon, der zu einer breiten Allgemeinbildung und zu individuellen Schwerpunkten f├╝hrt. Der junge Mensch soll eine breite Basis an Kenntnissen, F├Ąhigkeiten und Fertigkeiten entwickeln, um in den sich wandelnden Anforderungen der Zukunft bestehen zu k├Ânnen. Er soll einen weiten Horizont gewinnen und die vielen Fachgebiete miteinander verbinden k├Ânnen, um in der spezialisierten Berufswelt eine sinngebende Lebensorientierung zu besitzen. Die Schule soll dem jungen Menschen helfen, zu individuellem Urteil und selbst├Ąndigem Handeln zu finden und Initiativkraft und Verantwortlichkeit gegen├╝ber Mitmenschen und Umwelt zu entwickeln.

Letzte Änderung:Wed, 07.03.2018